Sunshine Cleaning


Ein schöner, amerikanischer Independent Film mit guten Schauspielern wurde uns gestern im Kino vorgeführt.
Wiedermal ohne Störung von Frau N. oder Werbung konnten wir uns ganz auf den Film konzentrieren, der am Anfang sein Genre noch nicht erraten lies.
Zu Beginn des Films betritt ein Mann einen Waffenladen und bringt sich dort dann um. Genau wie meine Sitznachbarn war ich mir zu dem Zeitpunkt sehr unschlüssig, was das nun werden sollte. Horror? Bitte nicht! Thriller? Auch nicht wirklich Lust drauf. Drama? Ich wollte das Kino eigentlich mit guter Laune verlassen…
Das ist mir auch gelungen. Nach dem etwas düsteren Start beginnt die Tramödie (Ja, Tragödie und Komödie in einem Wort vereint) erst richtig und man lernt die Hauptdarsteller kennen.
Ein kauziger Familienvater der vielen auch schon aus seiner Rolle als Opa in “Little Miss Sunshine” bekannt sein dürfte und seine zwei Töchter Rose und Norah. Während Norah sogar ihren Aushilfsjob verliert und noch bei ihrem Vater wohnt, ist Rose alleinerziehend, schlägt sich als Putzfrau mühevoll durch und hat eine Affaire mit einem verheirateten Polizisten. Dieser besorgt ihr auch einen neuen Nebenjob, als sie plötzlich Geld benötigt, weil ihr Sohn auf eine Privatschule soll.
Rose und Norah gründen zusammen die Firma Sunshine Cleaning, die Leichenfundorte reinigt und damit ein gutes Geschäft macht.

Leider kommt das Ende all zu abrupte und man hätte ich da wohl mehr gewünscht.
Allgemein ist das im Film gezeigt Bild eher düster, wird jedoch von den gelegentlichen humorvollen Unterbrechungen erhellt. Das Leben der unteren Mittelschicht in Amerika wird, wie ich finde, realistisch dargestellt und wenig übertrieben. Die Charaktere wirken ehrlich und wachsen einem schnell ans Herz.
Überragend ist der Film sicher nicht, aber schön anzuschauen alle Mal.
Wer ins Kino möchte, aber nicht weiss was er sich anschauen soll, kann getrost auf diesen Film zurückgreifen.